Häufig gestellte Fragen


Hier erhalten Sie allgemeine Hinweise zum grundsätzlichen Verfahrensablauf einer Zwangsversteigerung. Eine Darstellung aller Einzelfälle ist hier leider nicht möglich.

Im Versteigerungstermin
Jeder Versteigerungstermin beginnt damit, dass der/die Rechtspfleger/in das Versteigerungsobjekt vorstellt. Wichtige Informationen werden bekannt gegeben und eingehend erörtert. Der/Die Rechtpfleger/in weist darauf hin, dass dem Gericht vorliegende Unterlagen eingesehen werden können (Verkehrswertgutachten, Grundbuchauszüge, Teilungserklärungen, Bericht des Zwangsverwalters usw.).


Verkehrswert und Gebotshöhe
Der Verkehrswert ist der Wert des Objektes, der durch einen vom Gericht beauftragten Gutachter ermittelt wurde. Der Preis, der bei einer freiwilligen Veräußerung möglicherweise zu erzielen wäre. In der Zwangsversteigerung können niedrigere Gebote abgegeben werden. Es gelten jedoch folgende gesetzlich festgelegten Mindestgebote.

Der Zuschlag ist von Amts wegen zu versagen, wenn in einem Versteigerungstermin nicht mindestens 50% des Verkehrswertes geboten wird. Sofern das Gebot über 50%, aber unter 70% des Verkehrswertes liegt, hat der Gläubiger die Möglichkeit die Versagung des Zuschlags zu beantragen. Falls der Zuschlag aus den vorstehend genannten Gründen in einem Termin nicht erteilt wurde, gelten die Grenzen für den nächsten Versteigerungs-termin nicht mehr. Auch wenn das Gebot 70% des Verkehrswertes übersteigt oder aber diese Grenzen nicht mehr gelten, kann der Gläubiger selbst mehr bieten oder aber das Verfahren einstellen.


Geringstes Gebot
Das sogenannte "Geringste Gebot" umfasst regelmäßig die Gerichtskosten, evtl. bestehende Rückstände aus öffentlichen Lasten sowie Zinsen bestehen bleibender Rechte. Das Geringste Gebot wird im Versteigerungs-termin bekannt gegeben und ist der Betrag, der mindestens bezahlt werden muss.


Gebotsabgabe
Gebote können nur im Versteigerungstermin abgegeben werden. Die Bietezeit dauert mindestens 30 Minuten. Bieter müssen sich mit gültigem Personalausweis/Reisepass ausweisen. Wenn für andere geboten oder mitgeboten wird, muss eine Bietvollmacht oder eine Generalvollmacht (mit notarieller Unterschriftsbeglaubigung oder in notarieller Urkunde) vorgelegt werden. Dies gilt auch für Ehepartner. Firmenvertreter müssen einen beglaubigten Handelsregisterauszug neuesten Datums vorlegen.


Sicherheitsleistung
Auf Antrag eines Verfahrensbeteiligten muss der Bieter bei Abgabe eines Gebotes eine Sicherheitsleistung in Höhe von 10 % des Verkehrswertes (nicht vom Gebot) hinterlegen. Es gibt 3 Möglichkeiten die Sicherheits-leistung zu erbringen:

1. Bankbürgschaft oder Bundesbankscheck
Den Scheck oder die Bürgschaft erhalten Sie von Ihrer Bank. Die Ausstellung dauert meist einige Tage. Bitte wenden Sie sich rechtzeitig vor dem ZV-Termin an Ihre Bank.

2. Verrechnungsscheck eines deutschen Kreditinstituts/Bank. Der Scheck darf frühestens 3 Werktage vor dem ZV-Termin ausgestellt werden. Private Schecks sind unzulässig.

3. Frühzeitige Überweisung an die Gerichtskasse.

Bei der vorherigen Überweisung auf das Konto der zuständigen Gerichtskasse müssen angegeben werden:

- der Name des Amtsgerichts
- das Aktenzeichen des Verfahrens
- das Stichwort "Sicherheit"
- der Tag des Versteigerungstermins

Der/Die für die Versteigerung verantwortliche Rechtspfleger/in wird von der Gerichtskasse über die Einzahlung informiert. Nur wenn die Mitteilung der Gerichtskasse dem/der Rechtpfleger/in im ZV-Termin vorliegt, gilt die Sicherheitsleistung als erbracht! Die Überweisung an das Gericht sollte mindestens eine Woche vor dem Zwangsversteigerungstermin erfolgen.

Eine evtl. nicht benötigte überwiesene Sicherheitsleistung wird nach dem Versteigerungstermin von der Gerichtskasse zurück überwiesen. Einen nicht benötigten Scheck erhalten Sie am Ende des Versteigerungs-termins sofort zurück.

Achtung: Eine Barzahlung der Sicherheitsleistung ist seit 2007 nicht mehr möglich!

Unsere Empfehlung: Beantragen Sie bei Ihrer Bank frühzeitig einen Bundesbankscheck!


Übernahme von Belastungen
In der Regel sind vom Ersteher keine grundbuchlichen Belastungen zu übernehmen. Falls Belastungen vom Ersteher zu übernehmen sind, weist der/die Rechtpfleger/in zu Beginn des Versteigerungstermins und vor der Aufforderung zur Abgabe von Geboten ausdrücklich darauf hin. Soweit Belastungen übernommen werden müssen, sollte der Bieter diese von seinem Gebot abziehen. Das Meistgebot und etwaig zu übernehmende Belastungen ergeben zusammen den zu zahlenden Betrag.


Erlöszahlung
Nach Erteilung des Zuschlags wird ein besonderer Verteilungstermin anberaumt, der in der Regel 6-8 Wochen nach der Zuschlagserteilung stattfindet. Bis zu diesem Termin ist das Zuschlagsgebot (abzüglich einer evtl. bereits bezahlten Sicherheitsleistung) zu zahlen.


Kosten
Neben dem Meistgebot sind folgende Kosten zu zahlen:

4 % Zinsen auf das Meistgebot ab Zuschlag bis zum Verteilungstermin bzw. bis zum Eingang des Geldes beim Gericht. Wurde Sicherheitsleistung erbracht, entfallen für diesen Teilbetrag die Zinsen.

Weiterhin ist die Grunderwerbsteuer des jeweiligen Bundeslandes vom Meistgebot zu zahlen. Die Höhe der Grunderwerbssteuer ist von Bundesland zu Bundesland verschieden. Seit 01.01.2015 gelten folgende Sätze:

3,5 % Bayern, Sachsen
4,5 % Hamburg
5,0 % Baden-Württemberg, Brandenburg, Bremen, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachen, Rheinland-Pfalz, Sachsen-Anhalt, Thüringen
6,0 % Berlin; Hessen
6,5 % Nordrhein-Westfalen; Saarland; Schleswig-Holstein

Ferner ist eine Zuschlagsgebühr sowie die Kosten für die Berichtigung des Grundbuches zu zahlen. Die Beträge sind meist überschaubar und können entweder im Zwangsversteigerungstermin oder auch schon zuvor beim Gericht erfragt werden.

Um in das Grundbuch eingetragen zu werden, müssen Sie nicht zum Notar. Dies veranlasst das Versteigerungs-gericht nach dem Verteilungstermin.


Kündigung von Mietverhältnissen/ Räumung des Objektes
Mit dem Zuschlag sind Sie sofort Eigentümer der Immobilie. Soweit der ehemalige Eigentümer (nebst Familienangehörigen) das Objekt noch bewohnt und nicht freiwillig auszieht, sind Sie dazu berechtigt, die Immobilie durch den Gerichtsvollzieher räumen zu lassen. Eine gesonderte Räumungsklage ist nicht erforderlich.

Ist das Objekt ganz oder teilweise vermietet oder verpachtet, treten Sie als Erwerber in bestehende Miet- und Pachtverhältnisse ein. Im Rahmen des Zwangsversteigerungsgesetzes haben Sie jedoch ein Sonder-kündigungsrecht. Die Kündigung muss mit gesetzlicher Frist zum nächstmöglichen Termin (ab Erteilung des Zuschlages) erfolgen. Das Sonderkündigungsrecht des Erstehers kann unter Umständen durch den gesetzlichen Kündigungsschutz für Wohnraum nach BGB beschränkt sein. Bei einer Versteigerung zum Zwecke der Aufhebung einer Gemeinschaft (Teilungsversteigerung), ist das Sonderkündigungsrecht ausgeschlossen.


Gewährleistung
Es besteht kein Anspruch des Erstehers auf Gewährleistung.


Vorbehalt
Diese Informationen wurden sorgsam zusammengestellt. Irrtum und Auslassungen bleiben vorbehalten. Die vorstehenden Angaben sind externen Informationen entnommen. Für die Richtigkeit dieser Angaben kann keine Gewähr übernommen werden.


Sie haben Fragen? Bitte sprechen Sie uns an. Wir helfen gerne.